
Überleben auf der Rettungsinsel: Vom Notalarm bis zur Rettung
▶ JETZT KOSTENLOS SPIELENKein Download · Handy oder PC · 3–5 Minuten pro Runde · 10 SprachenSchiffsunglücke sind selten, aber wenn eines passiert, muss man binnen Minuten entscheiden und danach womöglich tagelang durchhalten. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat die Reihenfolge in der Überlebensanleitung, die in Rettungsinseln liegt (Entschließung A.657(16)), klar festgelegt. Dieser Beitrag geht die einzelnen Schritte in der Reihenfolge durch, in der man sie tatsächlich erlebt.
1. Was man als Erstes tut, wenn man ein Schiff betritt
- Sammelplatz und Standort der Rettungswesten prüfen. Den Plan hinter der Kabinentür lesen und die Sicherheitseinweisung gleich nach dem Einschiffen bis zum Ende ansehen.
- Den Notalarm merken. Sieben kurze Signale und ein langes sind das Notsammelsignal (SOLAS).
- Seeunfälle meldet man unter 122 (koreanische Küstenwache).
2. Wenn der Alarm ertönt
- Rettungsweste anlegen und die Gurte fest anziehen. Sitzt sie locker, kann sie sich beim Eintauchen lösen oder gegen das Kinn schlagen (koreanische Küstenwache).
- Gepäck zurücklassen und zum Sammelplatz gehen. Die Besatzung zählt durch und leitet das Verlassen des Schiffs.
- Im Rauch tief bleiben. Nase und Mund mit einem nassen Tuch bedecken und den Fluchtleuchten nahe am Boden folgen. Keinen Aufzug nehmen (koreanische Feuerwehrbehörde).
- Mehrere lange Kleidungsstücke übereinander anziehen. Die nächtliche See entzieht dem Körper in jeder Jahreszeit schnell die Wärme.
3. Schiff verlassen: trocken bleiben, und wenn man springen muss, Füße voran
- Wenn möglich, direkt über Evakuierungsrutsche oder Leiter auf die Rettungsinsel steigen. Wer trocken bleibt, hält die Körperwärme viel länger.
- Muss man springen, prüfen, dass unten keine Menschen oder Trümmer sind, und von einer möglichst niedrigen Stelle springen. Mit einem Arm die Weste an die Brust drücken, mit der anderen Hand Nase und Mund zuhalten, die Beine zusammen und mit den Füßen voran eintauchen (Grundlagen der Sicherheitsausbildung für Seeleute, Überleben auf See).
- Im Wasser die Knie anziehen, die HELP-Haltung bewahrt die Körperwärme, und mit mehreren eng zusammen einen Kreis bilden. Nicht nutzlos schwimmen, sondern zur nächsten Rettungsinsel (US-Küstenwache).
4. Auf der Insel: fünf Dinge sofort
Das ist die Reihenfolge der Sofortmaßnahmen aus der IMO-Überlebensanleitung.
- Die Leine zum Schiff kappen und sich vom Schiff entfernen.
- Menschen im Wasser suchen und herausziehen.
- Den Treibanker (Seeanker) ausbringen: Er verringert Abdrift und Kentern und hält die Rettungsinsel nahe am Suchgebiet.
- Den Eingang schließen.
- Die Überlebensanleitung lesen.
5. Durchhalten: Verantwortlicher, Ausguck, Tabletten gegen Seekrankheit, Wärme
- Einen Verantwortlichen bestimmen und einen Ausguck einteilen. Reihum abwechseln, damit vorbeifahrende Schiffe und Flugzeuge nicht übersehen werden.
- Tabletten gegen Seekrankheit vor der Übelkeit nehmen. Erbrechen entzieht dem Körper Wasser. In der Rettungsinsel liegen Tabletten und Tüten.
- Nasse Personen in einen Wärmeschutz einwickeln und eng zusammensitzen. Wasser am Boden ausschöpfen.
- Gibt es weitere Rettungsinseln, diese mit einer Leine verbinden und zusammenbleiben.
6. Wasser: die ersten 24 Stunden durchhalten, Meerwasser niemals trinken
- Die Ausbildung zum Überleben auf See lehrt, in den ersten 24 Stunden außer Verletzten und Kranken kein Wasser auszugeben. Danach wird das restliche Wasser zu festen Zeiten verteilt.
- Wasser und Verpflegung vor aller Augen zählen und die Ration festlegen (IMO-Überlebensanleitung, „Wasser- und Verpflegungsration festlegen“).
- Niemals Meerwasser oder Urin trinken. Das Salz entzieht dem Körper noch mehr Wasser (US-Küstenwache).
- Bei Regen mit den Regenfängern des Verdecks auffangen und das erste salzige Wasser weggießen.
- Tagsüber im Schatten bleiben und sich wenig bewegen, um Schweiß zu sparen. Nicht ins Meer gehen, um sich abzukühlen.
7. Signale: nur bei Sichtkontakt, und der Funk
- SOLAS-Rettungsinseln enthalten in der Regel 4 Fallschirm-Signalraketen, 6 Handfackeln (rot) und Rauchsignale, dazu einen Signalspiegel und eine Pfeife (LSA-Code). Die Zahl ist begrenzt, daher nur einsetzen, wenn tatsächlich ein Schiff oder Flugzeug zu sehen ist. Tagsüber sind orangefarbener Rauch und der Spiegel gut sichtbar, nachts Leuchtfeuer.
- UKW-Kanal 16 ist der internationale Kanal für Not, Sicherheit und Anruf. „Mayday“ dreimal sagen, dann kurz Schiffsname, Position, Personenzahl und Lage, und das Gerät zum Schonen des Akkus nur zu festen Zeiten einschalten.
- Ein SART oder EPIRB eingeschaltet lassen. Ein SART zeigt auf dem Radar eines nahen Rettungsschiffs oder Flugzeugs die Position der Rettungsinsel. Je höher angebracht, desto weiter wird es erfasst.
8. Die Rettungsinsel nicht verlassen
Eine Insel ist viel leichter zu finden als ein Mensch. Nicht den Treibanker einholen und auf ein fernes Licht zupaddeln oder -schwimmen. Bei Austrocknung kann man Dinge sehen und hören, die nicht da sind, also vor einem Leuchtsignal mit Augen und Funk prüfen. Wenn die Retter kommen, sitzen bleiben und auf Anweisungen warten, nicht von allein hineinspringen und sich nicht auf einer Seite drängen.
In der Simulation üben
Eine Liste zu lesen ist leicht, sie in einem sich neigenden Schiff und einem verrauchten Gang abzurufen ist schwer. Adrift auf der Rettungsinsel: 72 Stunden bis zur Rettung ist ein kostenloses Browserspiel, in dem du diese Entscheidungen unter Zeitdruck selbst triffst (Schiff und Figuren sind erfunden). Zur Spielanleitung
Quellen
- IMO-Entschließung A.657(16), Anweisungen für Überlebensfahrzeuge (UK MCA MGN 77)
- SOLAS-Übereinkommen · LSA-Code (Ausrüstung von Rettungsinseln)
- Koreanische Küstenwache: Meldung von Seeunfällen 122 · Hinweise zur Rettungsweste
- Ministerium für Ozeane und Fischerei: Sicherheitshinweise für Fahrgastschiffe
- US-Küstenwache (USCG): Hinweise zu kaltem Wasser und Überleben auf See
- Koreanische Feuerwehrbehörde: Verhalten bei Brandevakuierung
- Internationale Fernmeldeunion (ITU), Vollzugsordnung für den Funkdienst (UKW-Kanal 16)
Häufige Fragen
Was tue ich zuerst, wenn auf dem Schiff der Notalarm ertönt?
Rettungsweste anlegen und die Gurte fest anziehen, dann das Gepäck zurücklassen und zum Sammelplatz gehen. Die Besatzung zählt durch und leitet das Verlassen des Schiffs.
Welche Haltung beim Sprung ins Meer?
Nach unten prüfen, von einer möglichst niedrigen Stelle springen, mit einem Arm die Weste drücken, mit der anderen Hand Nase und Mund zuhalten und mit zusammengenommenen Beinen mit den Füßen voran eintauchen.
Was tue ich zuerst, wenn ich auf der Rettungsinsel bin?
Die Leine kappen und sich vom Schiff entfernen, Menschen aus dem Wasser ziehen, den Treibanker ausbringen, den Eingang schließen und die Überlebensanleitung lesen (IMO A.657(16)).
Darf man am ersten Tag kein Wasser trinken?
Die Ausbildung zum Überleben auf See lehrt, in den ersten 24 Stunden außer Verletzten und Kranken kein Wasser auszugeben. Danach wird das restliche Wasser zu festen Zeiten verteilt.
Ist ein wenig Meerwasser in Ordnung?
Nein. Wegen des Salzes entzieht Meerwasser dem Körper noch mehr Wasser und beschleunigt die Austrocknung. Dasselbe gilt für Urin.
Wann schießt man Leuchtsignale ab?
Nur, wenn tatsächlich ein Schiff oder Flugzeug zu sehen ist. Tagsüber sind orangefarbener Rauch und Signalspiegel gut sichtbar, nachts Leuchtfeuer.
Welchen Funkkanal benutzt man?
UKW-Kanal 16 ist der internationale Kanal für Not, Sicherheit und Anruf. Dreimal Mayday sagen, dann kurz Schiffsname, Position, Personenzahl und Lage.
Welche Nummer wählt man, um einen Seeunfall zu melden?
Der Notruf der koreanischen Küstenwache ist 122.
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